Sabine Hertig

26.06.2020 - 04.10.2020

Ihr Material ist die allgegenwärtige Bilderflut – analog wie digital. Ihr Werkzeug sind Schere und Leim, denn die Schweizer Künstlerin Sabine Hertig (*1982) arbeitet im klassischen Medium der Collage und integriert dabei Bilder aus den konventionellen Printmedien ebenso wie Informationen aus den sozialen Netzwerken.

reflection1_2017_34.5 x 46 cm_analog on paper_unique - ©Sabine Hertig

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 Es sind lesbare Bildelemente, bekannte Inhalte und wiedererkennbare Motive, und doch scheint es unmöglich ihren Werken eine Erzählung zuzuordnen, sie zu beschreiben oder gar in ihrer Komplexität zu erfassen. Vielmehr werden wir bei ihrer Betrachtung in einen Strudel hineingezogen, der sich aus unzähligen Einzelbildern zusammensetzt, die unseren Blick ständig ablenken und mit sich reißen. Dabei geht Hertig mit den fotografischen Bestandteilen ihrer „Landscapes“ ausgesprochen malerisch um, schafft Kompositionen aus Schwarz-Weiß-Übergängen und Grautönen oder lässt – wie in ihren jüngsten farbigen Collagen bildgewaltige Farbexplosionen entstehen.

„Es geht um Landschaften, es geht um innen und aussen (...) Insofern spielt das Moment des ‚Sich-darin-Verlierens‘ und die damit verbundene ‚Schärfung des Blickes‘ auf Distanz (...) für mich als Künstlerin beim Machen eine Rolle. Dies mag sich auch auf das Gegenüber beim Betrachten übertragen.“ So die Künstlerin.
Zwischen Bild und Betrachterpublikum entsteht ein Spannungsfeld, in dem die physische Nähe eine entscheidende Rolle spielt: Dabei besteht die Gesamtkomposition des vermeintlichen Landschaftsmotivs uns zahlreichen Perspektiv- und Motivwechseln, die formal so zueinander in Beziehung gesetzt sind, dass sie inhaltlich immer wieder neue Überraschungsmomente bereithalten.