Claire Morgan

30.10.2020 - 14.02.2021

Claire Morgans Skulpturen erschüttern die Welt – genauer gesagt, unsere Vorstellung von einer Welt, in der die Natur mit ihren Tieren und Pflanzen scheinbar ebenso ihren festen Platz hat wie menschengemachte Objekte. Denn die Trennung von Natur und Kultur funktioniert hier nicht mehr!

Claire Morgan

Claire Morgan

Claire Morgan

Morgan lässt die Natur in den Kunstkontext einbrechen, indem sie organisches Material, tote Körper und die massenhafte Ansammlung tierischer und pflanzlicher Elemente in eine Ordnung bringt, die als raumfüllende Kugeln, Würfel oder rechteckige Prismen in einer Art Minimalismus aufgehen.
Den präzise an feinen Schnüren aufgereihten Insekten, Samen und Polyethylenschnipseln ordnet sie oft ein präpariertes Tier zu, wie Füchse, Eulen, Hasen, Kaninchen, Rehe und Hirsche, Mäuse, Igel, Reiher, Möwen, Schwalben oder Schmetterlinge. Tiere also, die als Kulturfolger an der Schwelle der Zivilisation leben und uns in diesem Umfeld ebenso präsent wie fremd sind.

So erschafft Morgan mit ihren Räumen und öko-poetischen Skulpturen einen Rückzugsort für die Natur als Still-Leben, das uns die gefährdete Schönheit und Fragilität ihrer Fauna empfindlich nahe bringt. Es sind eingefrorene Momente der Ruhe, in denen die Zeit stillzustehen scheint, Momente, die unseren Blick öffnen für die Energie und Lebendigkeit einer natürlichen Umwelt und animalischen Natur, deren Ausdruckskraft Claire Morgan in ihren Arbeiten einfängt. Dabei schwankt ihr Werk zwischen Hoffnung und Verzweiflung über die Tatsache, dass die natürliche Welt an der künstlichen zu Grunde geht. Andrea Jahn